Pilotprojekt Bodenbündnis
Aus NachhaltigkeitsWiki
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| - | * Projektträger: Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal [[:dw:Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal (Verein)|Vereinsbeschreibung im DirndlWiki]] | + | [[Bild:Bodenbündnis Projektpräsentation Juli 2005.jpg|450px|left|Projektpräsentation Bodenbündnis Pielachtal]] |
| + | * Projektträger: Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal ([[:dw:Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal (Verein)|Vereinsbeschreibung im DirndlWiki]]) | ||
* Umsetzung: DI Brigitte Hozang, planact, Technisches Büro für Landschaftsplanung | * Umsetzung: DI Brigitte Hozang, planact, Technisches Büro für Landschaftsplanung | ||
* Projektzeitraum: 2004/2005 | * Projektzeitraum: 2004/2005 | ||
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==Vorsorgender Hochwasserschutz== | ==Vorsorgender Hochwasserschutz== | ||
| - | Ein wesentlicher Teilaspekt des Bodenschutzes ist ein nachhaltiger Wasserhaushalt. Durch die teilweise Regulierung der Flüsse und Bäche, die Siedlungsentwicklung, das Verfüllen von Mulden und Wiesendrainagierungen wurden natürliche Retentionsräume | + | Ein wesentlicher Teilaspekt des Bodenschutzes ist ein nachhaltiger Wasserhaushalt. Durch die teilweise Regulierung der Flüsse und Bäche, die Siedlungsentwicklung, das Verfüllen von Mulden und Wiesendrainagierungen wurden natürliche Retentionsräume verringert und gleichzeitig die Abflussgeschwindigkeit der Hochwasserwelle vergrößert. So ist heute bei gleichen meteorologischen Bedingungen mit einer größeren Hochwasserspitze zu rechnen, die sich vor allem auf die flussabwärts gelegenen Gemeinden auswirkt. |
In Arbeitsgruppen wurde eine Situationsanalyse über vorhandene Retentionsflächen durchgeführt und darauf aufbauend potentielle Retentionsflächen ermittelt, die sich aufgrund ihrer Lage und Morphologie für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes besonders eignen. | In Arbeitsgruppen wurde eine Situationsanalyse über vorhandene Retentionsflächen durchgeführt und darauf aufbauend potentielle Retentionsflächen ermittelt, die sich aufgrund ihrer Lage und Morphologie für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes besonders eignen. | ||
| - | Handlungsempfehlungen für den Wasserrückhalt: | + | |
| - | *Übernahme der | + | <b>Handlungsempfehlungen für den Wasserrückhalt:</b> |
| + | *Übernahme der Hochwasser-Abflussbereiche (HQ 30 und HQ 100) in die örtlichen Entwicklungsprogramme sowie die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne | ||
*Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung (zielgruppenspezifische Informationsangebote, Bevölkerungsbeteiligung bei Detailprojekten, Konfliktbearbeitung, etc.) | *Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung (zielgruppenspezifische Informationsangebote, Bevölkerungsbeteiligung bei Detailprojekten, Konfliktbearbeitung, etc.) | ||
*Schutzwasserbau (Vorlandabsenkung zur Verbesserung der Retentionswirkung, Flussbettaufweitungen als ökologische Maßnahme, Gewässerbetreuungskonzept) | *Schutzwasserbau (Vorlandabsenkung zur Verbesserung der Retentionswirkung, Flussbettaufweitungen als ökologische Maßnahme, Gewässerbetreuungskonzept) | ||
*Erholungsplanung (Sicherung und Ausbau von Grünzügen am Fluss in Verbindung mit Rad- und Wanderwegen) | *Erholungsplanung (Sicherung und Ausbau von Grünzügen am Fluss in Verbindung mit Rad- und Wanderwegen) | ||
| - | + | <b>Bereits durchgeführte Projekte bzw. gerade in Umsetzung:</b> | |
| - | Bereits durchgeführte Projekte | + | *Pielachtal Radweg |
| - | + | ||
Gemeinde Ober-Grafendorf: | Gemeinde Ober-Grafendorf: | ||
| - | + | *Projekt „Au-Freikaufaktion“: natürlicher Retentionsraum zwischen Mühlbach und Pielach in Ober-Grafendorf | |
| - | Gemeinde Kirchberg/P.: | + | Gemeinde : |
| - | + | *Hochwasserschutzprojekt Kirchberg/P.: Ausweitung der Pielach, Gestaltung des Flussbettes und Schaffung von teilweise neuen Retentionsflächen | |
Gemeinde Loich: | Gemeinde Loich: | ||
| - | + | *Rückbau nicht genehmigter Aufschüttungen im Hochwasserbereich in der Loich | |
Gemeinde Rabenstein | Gemeinde Rabenstein | ||
| - | + | *Projekt „Dem Fluss Raum geben“: Bewusstseinsbildungsprojekt der Gemeinde Rabenstein, Vorlandabsenkungen zum Hochwasserschutz | |
==Waldentwicklung im Pielachtal== | ==Waldentwicklung im Pielachtal== | ||
Die einmalige Kulturlandschaft des Pielachtales unterliegt seit 4 Jahrzehnten gravierenden Veränderungen durch fortschreitende Mechanisierung, Brachfallen der sog. „Handarbeitszone“ (steile Hanglagen), Auflassungen von Gehöften durch ungeklärte Hofnachfolge, Extensivierung durch Nebenerwerb sowie Konzentrationsprozessen in der Landwirtschaft. Damit einher geht das Problem der zunehmenden Verwaldung, die im Pielachtal mit einem Durchschnitt von 54% über dem österreichischen liegt und sich vor allem in den südlichen Gemeinden gravierend auswirkt. Frankenfels hat einen Waldanteil von 57,5%, Loich von 65% und Schwarzenbach/P. sogar einen Waldanteil von 82%. | Die einmalige Kulturlandschaft des Pielachtales unterliegt seit 4 Jahrzehnten gravierenden Veränderungen durch fortschreitende Mechanisierung, Brachfallen der sog. „Handarbeitszone“ (steile Hanglagen), Auflassungen von Gehöften durch ungeklärte Hofnachfolge, Extensivierung durch Nebenerwerb sowie Konzentrationsprozessen in der Landwirtschaft. Damit einher geht das Problem der zunehmenden Verwaldung, die im Pielachtal mit einem Durchschnitt von 54% über dem österreichischen liegt und sich vor allem in den südlichen Gemeinden gravierend auswirkt. Frankenfels hat einen Waldanteil von 57,5%, Loich von 65% und Schwarzenbach/P. sogar einen Waldanteil von 82%. | ||
Landwirtschaftlich bedeutet das den Verlust an Produktionsflächen, landschaftsökologisch den Verlust Jahrhunderte alter Kulturlandschaft und der damit verbundenen vielfältigen Landschaftsräume, die im Hinblick auf Biodiversität und Tourismus zentral sind. | Landwirtschaftlich bedeutet das den Verlust an Produktionsflächen, landschaftsökologisch den Verlust Jahrhunderte alter Kulturlandschaft und der damit verbundenen vielfältigen Landschaftsräume, die im Hinblick auf Biodiversität und Tourismus zentral sind. | ||
| - | Empfohlene Maßnahmen zur Erhaltung der offenen Kulturlandschaft: | + | |
| + | <b>Empfohlene Maßnahmen zur Erhaltung der offenen Kulturlandschaft: </b> | ||
* Erstellung eines Landschaftsrahmenplanes Pielachtal auf Grundlage der Bodenbündnispläne zur Waldentwicklung (Ausweisung ökologischer Vorrangflächen zur Sicherung der Produktionsgrundlage der Landwirtschaft, der Artenvielfalt und der Erholungsfunktion). | * Erstellung eines Landschaftsrahmenplanes Pielachtal auf Grundlage der Bodenbündnispläne zur Waldentwicklung (Ausweisung ökologischer Vorrangflächen zur Sicherung der Produktionsgrundlage der Landwirtschaft, der Artenvielfalt und der Erholungsfunktion). | ||
* Unterstützung der jungen Kräfte in der Landwirtschaft – faire Preise für Qualitätsprodukte. | * Unterstützung der jungen Kräfte in der Landwirtschaft – faire Preise für Qualitätsprodukte. | ||
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* Bewusstseinsbildung/Beratung (Informationen über bäuerliche Dienstleistungen betreffend Landschaftspflege, Beratungsschwerpunkt „Nachhaltige Waldpflege“, Bildungsangebote). | * Bewusstseinsbildung/Beratung (Informationen über bäuerliche Dienstleistungen betreffend Landschaftspflege, Beratungsschwerpunkt „Nachhaltige Waldpflege“, Bildungsangebote). | ||
| - | Bereits umgesetzte Initiativen: | + | <b>Bereits umgesetzte Initiativen:</b> |
* Kleinregionalen Rahmenkonzept Pielachtal | * Kleinregionalen Rahmenkonzept Pielachtal | ||
* Errichtung von Biomasse-Fernwärmeanlagen (z.B. in Frankenfels, Kirchberg, Hofstetten-Grünau) | * Errichtung von Biomasse-Fernwärmeanlagen (z.B. in Frankenfels, Kirchberg, Hofstetten-Grünau) | ||
* Förderung der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte (Edelbrand- und Dörrobstgemeinschaft) | * Förderung der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte (Edelbrand- und Dörrobstgemeinschaft) | ||
* [[:dw:Marke Dirndltal]] - Erhaltung der Dirndlstauden als landschaftsprägende Elemente | * [[:dw:Marke Dirndltal]] - Erhaltung der Dirndlstauden als landschaftsprägende Elemente | ||