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Agrarpolitik - kritsch gesehen – NachhaltigkeitsWiki

Agrarpolitik - kritsch gesehen

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'''Vorbemerkung:'''<br>
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==Vorbemerkung:==
Sie werden in diesem Beitrag keinen Wust an rechtfertigenden Fußnoten finden, die man braucht, um sich im akademischen Hauptstrom zu rechtfertigen, sondern nur erklärende und weiterverweisende. Sie werden aber auch keine wortklingelnden Zukunftseinschätzungen finden, wie sie von Zukunftsgurus abseits des naturwissenschaftlichen Rahmens in die Welt gesetzt werden. Wohl aber werden Sie auf dem Hintergrund einer interdisziplinären Wissensbasis und einer prägenden geschichtlichen Erfahrung auf die schonungslose Benennung des Treibenlassens in nicht zukunftsfähige Situationen stoßen - und aus dieser Sorge heraus auf den begründeten Groll eines alten Mannes. In diesem Zusammenhange sei auch auf das soeben erschienene Buch <Land in Gefahr> (L. Stocker Verlag 2005) verwiesen.
Sie werden in diesem Beitrag keinen Wust an rechtfertigenden Fußnoten finden, die man braucht, um sich im akademischen Hauptstrom zu rechtfertigen, sondern nur erklärende und weiterverweisende. Sie werden aber auch keine wortklingelnden Zukunftseinschätzungen finden, wie sie von Zukunftsgurus abseits des naturwissenschaftlichen Rahmens in die Welt gesetzt werden. Wohl aber werden Sie auf dem Hintergrund einer interdisziplinären Wissensbasis und einer prägenden geschichtlichen Erfahrung auf die schonungslose Benennung des Treibenlassens in nicht zukunftsfähige Situationen stoßen - und aus dieser Sorge heraus auf den begründeten Groll eines alten Mannes. In diesem Zusammenhange sei auch auf das soeben erschienene Buch <Land in Gefahr> (L. Stocker Verlag 2005) verwiesen.
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'''Was auf uns zukommt – Wie wir es sehen – Wie wir reagieren'''<br>
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==Was auf uns zukommt – Wie wir es sehen – Wie wir reagieren==<br>
Tatsache ist, dass die Menschheit sich pro Tag um fast     
Tatsache ist, dass die Menschheit sich pro Tag um fast     
250.000 Menschen vermehrt, dass zusätzliche  
250.000 Menschen vermehrt, dass zusätzliche  
fruchtbare Böden kaum mehr zur Verfügung stehen. Die  Ausstattung mit Ackerland pro Kopf hat sich daher seit 1960 halbiert. Bei der gegenwärtigen Wachstumsrate der Weltbevölkerung erfolgt eine Verdoppelung binnen 50 Jahren. Demnächst werden wir unter 2000 m² Ackerland pro Kopf der Weltbevölkerung sinken, wodurch das Minimum, das für eine bescheidene Ver- und Entsorgung eines Menschen notwendig ist, unterschritten wird.  Der Hunger droht daher nicht mehr ein verteilungspolitisches Problem zu werden, sondern ein global-strukturelles. Dass hungernde Massen nicht friedensfähig sind, kommt hinzu. Gewaltsame Konflikte führen aber zu weiterer Zerstörung notwendiger Ressourcen.
fruchtbare Böden kaum mehr zur Verfügung stehen. Die  Ausstattung mit Ackerland pro Kopf hat sich daher seit 1960 halbiert. Bei der gegenwärtigen Wachstumsrate der Weltbevölkerung erfolgt eine Verdoppelung binnen 50 Jahren. Demnächst werden wir unter 2000 m² Ackerland pro Kopf der Weltbevölkerung sinken, wodurch das Minimum, das für eine bescheidene Ver- und Entsorgung eines Menschen notwendig ist, unterschritten wird.  Der Hunger droht daher nicht mehr ein verteilungspolitisches Problem zu werden, sondern ein global-strukturelles. Dass hungernde Massen nicht friedensfähig sind, kommt hinzu. Gewaltsame Konflikte führen aber zu weiterer Zerstörung notwendiger Ressourcen.
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Eine Vorahnung bringende, dramatische Beispiele finden wir in Afrika.  Die Vertröstung auf die Produktionssteigerung durch Bewässerung scheitert am Knappwerden der Frischwasserreserven und die Hoffnung auf unbegrenzte Intensivierungsmöglichkeiten durch Züchtung und Düngung an den inhärenten Begrenzungen, am Gesetz des abnehmenden Bodenertrages und an notwendigen ökologischen Rücksichtnahmen. Die Pro--Kopf-Produktion an Getreide, dem Hauptnahrungsmittel, ist daher in den letzen 20 Jahren zurückgefallen. Im Jahr des Reises 2005, welches von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, zeigt sich die gesamte Dramatik dieses Geschehen. Wenn nämlich jene Gebiete der Erde, in denen die Bevölkerung am raschesten wächst, nicht mehr ausreichend versorgt werden können, dann sind soziale Verwerfungen mit gewaltsamen Mustern zu erwarten.  
Eine Vorahnung bringende, dramatische Beispiele finden wir in Afrika.  Die Vertröstung auf die Produktionssteigerung durch Bewässerung scheitert am Knappwerden der Frischwasserreserven und die Hoffnung auf unbegrenzte Intensivierungsmöglichkeiten durch Züchtung und Düngung an den inhärenten Begrenzungen, am Gesetz des abnehmenden Bodenertrages und an notwendigen ökologischen Rücksichtnahmen. Die Pro--Kopf-Produktion an Getreide, dem Hauptnahrungsmittel, ist daher in den letzen 20 Jahren zurückgefallen. Im Jahr des Reises 2005, welches von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, zeigt sich die gesamte Dramatik dieses Geschehen. Wenn nämlich jene Gebiete der Erde, in denen die Bevölkerung am raschesten wächst, nicht mehr ausreichend versorgt werden können, dann sind soziale Verwerfungen mit gewaltsamen Mustern zu erwarten.  
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Diese Analyse wird durch das Millennium Ecosystem Assessment der Vereinten Nationen erhärtet. 1300 Wissenschafter aus 95 Ländern der Erde haben aufgezeigt, wie knapp der Proviant auf dem <Raumschiff Erde> ist.
Diese Analyse wird durch das Millennium Ecosystem Assessment der Vereinten Nationen erhärtet. 1300 Wissenschafter aus 95 Ländern der Erde haben aufgezeigt, wie knapp der Proviant auf dem <Raumschiff Erde> ist.
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Um so bemerkenswerter ist die Reaktion der Hauptstromökonomen: Sie verharren noch immer in der in der Vergangenheit berechtigten Malthuskritik  und übertragen unter anderen Umständen sachentsprechend gewesene Urteile auf nicht-analoge Situationen. Malthus konnte die Landnahmen der Europäer und  den produktionstechnischen Fortschritt nicht voraussehen, und als Anton Zischka 1938 sein „Brot für 2 Milliarden Menschen“  schrieb, waren ausreichend Reserven vorhanden. Dies galt auch noch für Fritz Baades, „Welternährungswirtschaft“ im Jahre 1956.  So sind Paul A. Samuelson und Willam D. Nordhaus in der ‚ökonomischen Bibel des 20. und 21. Jahrhunderts’  im Kapitel „Natürliche Ressourcen und Umweltökonomie“ der Ansicht, dass verbrauchtes Naturkapital durch produziertes Kapital (Humankapital) ersetzt werden kann und sonnen sich in einer neutralen Schiedsrichterrolle zwischen den „Malthusianern“, die Grenzen sehen, und den „Füllhorntheoretikern“, die nach wie vor von unbegrenzten Möglichkeiten ausgehen. Sie meinen, dass der Markt bei Verknappungen rechtzeitig die notwenigen Preissignale geben werde und so eine optimale Allokation der Produktionsfaktoren zu erwarten sei. Dies ist aber in der gegenwärtigen Situation eine irrige Annahme, da Märkte immer kurzsichtig (myop) reagieren und entscheidende Technologien bis zu ihrer Hochform und ihrer ausreichenden gesellschaftlichen Durchdringung erfahrungsgemäß ca. 30 Jahre Entwicklungszeit benötigen (Periode der Prototypen - Periode der Beseitigung der <Kinderkrankeiten> - Periode der gesicherten Technologie - Periode der Hochform und des systematischen Einsatzes). Dies gilt um so mehr für die Änderung von Gesamtsystemen. Im Interesse des Gemeinwohles muss daher vorauseilend gehandelt werden (Vorwegnahme künftiger Knappheiten).
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Um so bemerkenswerter ist die Reaktion der Hauptstromökonomen: Sie verharren noch immer in der in der Vergangenheit berechtigten Malthuskritik  und übertragen unter anderen Umständen sachentsprechend gewesene Urteile auf nicht-analoge Situationen. Malthus konnte die Landnahmen der Europäer und  den produktionstechnischen Fortschritt nicht voraussehen, und als Anton Zischka 1938 sein „Brot für 2 Milliarden Menschen“  schrieb, waren ausreichend Reserven vorhanden. Dies galt auch noch für Fritz Baades, „Welternährungswirtschaft“ im Jahre 1956.  So sind Paul A. Samuelson und Willam D. Nordhaus in der ‚ökonomischen Bibel des 20. und 21. Jahrhunderts’  im Kapitel „Natürliche Ressourcen und Umweltökonomie“ der Ansicht, dass verbrauchtes Naturkapital durch produziertes Kapital (Humankapital) ersetzt werden kann und sonnen sich in einer neutralen Schiedsrichterrolle zwischen den „Malthusianern“, die Grenzen sehen, und den „Füllhorntheoretikern“, die nach wie vor von unbegrenzten Möglichkeiten ausgehen.  
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Der anglo-amerikanische multidisziplinäre Ökonom Kenneth Boulding (1910 -1993) wandte sich gegen den vorherrschenden ökonomischen Reduktionismus und verwendete 1966 als erster Ökonom das Bild des „Raumschiffes Erde“. Aus der Erkenntnis, dass auf diesem Raumschiff die Plätze und der Proviant begrenzt sind, leitete er die Notwendigkeit von „life boat ethics“ (Rettungsboot-Ethik) und einer „space ship economy“ (Raumschiffökonomie) ab.  Letzterer stellte er die traditionelle, vor allem von der US-neoliberalen volkswirtschaftlichen Schule getragenen „cowboy economy“ (Cowboyökonomie) gegenüber. Diese geht noch immer davon aus, dass man „weiterreiten“ könne, wenn eine Ressource verbraucht ist.  Boulding führt das evidente Ausblenden von künftigen Knappheiten, Gefahren und Notwendigkeiten darauf zurück, dass sich jeder von uns sein geistiges Haus (image, Weltsicht, Weltbild) gezimmert hat. In diesem hat man sich bequem eingerichtet, interpretiert mit ihm die Welt und rechtfertigt mit ihm seine Handlungsweisen. Aus letzterem resultiert auch die aggressive Verteidigung der Hauptstrom-Meinungen, die die gängigen Handlungsmuster „begründen“ (rechtfertigen). Alle, die diese vorherrschenden Denkmuster und die mit ihnen verbundenen Interessen in Frage stellen, werden daher als „weltfremd“, „phantasierend“ oder „unwissenschaftlich“ abqualifiziert. Dem Autor ist dies so ergangen, als er das erste Grüne Energieprogramm für Österreich erstellte und die ersten Initiativen in Richtung von Treibstoffen und Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen entfaltete. Nun vereinnahmen die ehemaligen Gegner diese Ideen, bauen sie aber entstellt in nichtnachhaltige Gesamtsysteme ein.
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Sie meinen, dass der Markt bei Verknappungen rechtzeitig die notwenigen Preissignale geben werde und so eine optimale Allokation der Produktionsfaktoren zu erwarten sei. Dies ist aber in der gegenwärtigen Situation eine irrige Annahme, da Märkte immer kurzsichtig (myop) reagieren und entscheidende Technologien bis zu ihrer Hochform und ihrer ausreichenden gesellschaftlichen Durchdringung erfahrungsgemäß ca. 30 Jahre Entwicklungszeit benötigen (Periode der Prototypen - Periode der Beseitigung der <Kinderkrankeiten> - Periode der gesicherten Technologie - Periode der Hochform und des systematischen Einsatzes). Dies gilt um so mehr für die Änderung von Gesamtsystemen. Im Interesse des Gemeinwohles muss daher vorauseilend gehandelt werden (Vorwegnahme künftiger Knappheiten).
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Der anglo-amerikanische multidisziplinäre Ökonom Kenneth Boulding (1910 -1993) wandte sich gegen den vorherrschenden ökonomischen Reduktionismus und verwendete 1966 als erster Ökonom das Bild des „Raumschiffes Erde“. Aus der Erkenntnis, dass auf diesem Raumschiff die Plätze und der Proviant begrenzt sind, leitete er die Notwendigkeit von „life boat ethics“ (Rettungsboot-Ethik) und einer „space ship economy“ (Raumschiffökonomie) ab.  Letzterer stellte er die traditionelle, vor allem von der US-neoliberalen volkswirtschaftlichen Schule getragenen „cowboy economy“ (Cowboyökonomie) gegenüber. Diese geht noch immer davon aus, dass man „weiterreiten“ könne, wenn eine Ressource verbraucht ist.  Boulding führt das evidente Ausblenden von künftigen Knappheiten, Gefahren und Notwendigkeiten darauf zurück, dass sich jeder von uns sein geistiges Haus (image, Weltsicht, Weltbild) gezimmert hat. In diesem hat man sich bequem eingerichtet, interpretiert mit ihm die Welt und rechtfertigt mit ihm seine Handlungsweisen. Aus letzterem resultiert auch die aggressive Verteidigung der Hauptstrom-Meinungen, die die gängigen Handlungsmuster „begründen“ (rechtfertigen).  
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Alle, die diese vorherrschenden Denkmuster und die mit ihnen verbundenen Interessen in Frage stellen, werden daher als „weltfremd“, „phantasierend“ oder „unwissenschaftlich“ abqualifiziert. Dem Autor ist dies so ergangen, als er das erste Grüne Energieprogramm für Österreich erstellte und die ersten Initiativen in Richtung von Treibstoffen und Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen entfaltete. Nun vereinnahmen die ehemaligen Gegner diese Ideen, bauen sie aber entstellt in nichtnachhaltige Gesamtsysteme ein.
Gerade deshalb lade ich Sie ein, aus den geistigen Häusern auszubrechen, Ihre ‚geistigen Scheinwerfer’ aus verschiedenen Richtungen einzusetzen, und bereit zu sein, unbequeme Schlussfolgerungen zu ziehen.
Gerade deshalb lade ich Sie ein, aus den geistigen Häusern auszubrechen, Ihre ‚geistigen Scheinwerfer’ aus verschiedenen Richtungen einzusetzen, und bereit zu sein, unbequeme Schlussfolgerungen zu ziehen.
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Als Ermutigung hierzu soll jene bereits legendär gewordene Diskussion dienen, die sich beim letzten Vortrag des Philosophen des Kleinen, Leopold Kohr (1909 – 1994)  an der Technischen Universität Wien ereignete. Als er schon gebrechliche Prof. Kohr von der <Gruppe angepasste Technologie> zu einem Vortrag gebeten worden war, wurde der Autor von den kritischen Studenten gebeten, Kohr benevolent zu flankieren, um einem „Abgleiten ins Märchenhafte“ entgegen zu wirken. Mitten unter seinem Vortrag meldete sich eine Gruppe von Hörern, die ihm vorwarf, gerade das Gegenteil von dem vorzutragen, was sie in den Fachvorlesungen zu hören bekämen. Kohr reagierte wie folgt: Er richtete seine halb blinden Augen auf die Gruppe und fragte sie, ob sie die Geschichte von Noah und der Arche kenne. Nach einer Weile einigte man sich darauf, diese „Geschichte“ als Arbeitshypothese gelten zu lassen. Kohr war damit zufrieden und gab zu bedenken: „Junge Freunde! Wenn die Geschichte über Noah und die Arche stimmt, dann reden wir von einem Menschen, der auf seine innere Stimme hörte, statt sich nach dem Hauptstrom zu richten. Er tat völlig „unökonomische“ Dinge und beutete für seine Hirngespinste seine Großfamilie aus... und er wurde verlacht. Aber wenn diese Geschichte stimmt, dann stammen wir alle von diesem ‚Spinner’ ab!“ Betroffenes Schweigen folgte, und Kohr fuhr mit seinem Plädoyer für überschaubare, der Natur und der phylogenetischen (stammesgeschichtlichen) Ausstattung des Menschen angepasste, nachhaltige Gesellschaften ermöglichende Strukturen fort.  
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Als Ermutigung hierzu soll jene bereits legendär gewordene Diskussion dienen, die sich beim letzten Vortrag des Philosophen des Kleinen, Leopold Kohr (1909 – 1994)  an der Technischen Universität Wien ereignete. Als er schon gebrechliche Prof. Kohr von der <Gruppe angepasste Technologie> zu einem Vortrag gebeten worden war, wurde der Autor von den kritischen Studenten gebeten, Kohr benevolent zu flankieren, um einem „Abgleiten ins Märchenhafte“ entgegen zu wirken. Mitten unter seinem Vortrag meldete sich eine Gruppe von Hörern, die ihm vorwarf, gerade das Gegenteil von dem vorzutragen, was sie in den Fachvorlesungen zu hören bekämen.  
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Kohr reagierte wie folgt: Er richtete seine halb blinden Augen auf die Gruppe und fragte sie, ob sie die Geschichte von Noah und der Arche kenne. Nach einer Weile einigte man sich darauf, diese „Geschichte“ als Arbeitshypothese gelten zu lassen. Kohr war damit zufrieden und gab zu bedenken: „Junge Freunde! Wenn die Geschichte über Noah und die Arche stimmt, dann reden wir von einem Menschen, der auf seine innere Stimme hörte, statt sich nach dem Hauptstrom zu richten. Er tat völlig „unökonomische“ Dinge und beutete für seine Hirngespinste seine Großfamilie aus... und er wurde verlacht. Aber wenn diese Geschichte stimmt, dann stammen wir alle von diesem ‚Spinner’ ab!“ Betroffenes Schweigen folgte, und Kohr fuhr mit seinem Plädoyer für überschaubare, der Natur und der phylogenetischen (stammesgeschichtlichen) Ausstattung des Menschen angepasste, nachhaltige Gesellschaften ermöglichende Strukturen fort.  
Dieses Ereignis führte den Autor zur Strategie der <Inseln (Archen) der Nachhaltigkeit> - eine Metapher, die nun zum Gemeingut in der Nachhaltigkeitsliteratur gehört.  
Dieses Ereignis führte den Autor zur Strategie der <Inseln (Archen) der Nachhaltigkeit> - eine Metapher, die nun zum Gemeingut in der Nachhaltigkeitsliteratur gehört.  

Version vom 3. April 2013, 14:05 Uhr

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